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Über die Existenzanalyse & Logotherapie

In der Existenzanalyse und Logotherapie (von V. Frankl gegründet und von seinem Nachfolger, A. Längle, weiterentwickelt) nähert man sich dem Menschen phänomenologisch an. Das heißt, es gibt am Anfang keine Vorkenntnisse und Vorurteile; sondern es wird versucht, den Menschen zu verstehen, so wie er ist, in seinem Ganzen, von der Natur her gut, nach Glück strebend, nach der eigenen Bestimmung in der Welt suchend.


Die Schule der Existenzanalyse und Logotherapie nimmt an, dass dem Menschen ein freier Umgang mit dem eigenen Leben gelingen kann, wenn bei ihm 4 Grundmotivationen (4 Säulen) gut entwickelt und unterstützt sind: sein können, sein mögen, sein dürfen und sein sollen. Sie ermöglichen den Menschen, das Leben seiner inneren Zustimmung nach zu gestalten und bieten ihm/ihr eine unerschöpfliche Ressource für die Entwicklung und (Nach)reifung der Person.



Abbildung 1. Schematischer Überblick über die personal-existentiellen Grundmotivationen und ihre Wirkung auf die Existenz


Jede Grundmotivation (GM) setzt bestimmte Bedingungen voraus, die erhalten sein müssen bzw. gefunden sein müssen, um sich wohl mit sich selbst und in der Interaktion mit der Welt zu fühlen. Da kann eine Säule als am meisten betroffen im Vordergrund stehen oder sogar mehrere, an denen wir arbeiten können.


Die erste GM ist für die Fähigkeit des Menschen zuständig, in der Welt gut sein zu können, in seinem/ihrem Körper, mit physischen Prädispositionen, sich sicher zu fühlen etc.


Der zweiten GM entsprechen solche Parameter, wie Zeit, Nähe, Beziehungen, die als unersetzbare Voraussetzungen für die Entstehung der zwischenmenschlichen Wärme und der Fähigkeit, das Leben zu mögen, dienen.


Die dritte GM stellt die Frage: darf ich so in meinem Leben sein, wie ich bin? Erlaube ich mir, mich vor anderen zu zeigen, mich und die anderen mit Respekt und Wertschätzung gewissenhaft zu treffen?


Die vierte GM eröffnet einem die Perspektive, über sich hinauszusteigen, sich auf etwas Größeres (z.B. auf eine sinnvolle Lebensaufgabe hin) auszurichten, sich einer Tätigkeit hinzugeben, die man mag und die einem das haltgebende Gefühl des Sinns vermittelt.


In der gemeinsamen Arbeit im offenen Dialog wird darauf geachtet, wo es mögliche Defizite und empfindlichere Bereiche geben könnte, die man verarbeiten kann. Im Endeffekt trägt der Mensch die meisten Antworten auf die Lebensfragen in sich selbst, braucht aber manchmal einen Gegenüber, um sie zu entwickeln, die innere tiefe Stimme, die der Tiefperson entspricht, zu hören, um den eigenen, stimmigen Weg gehen zu können.


Abbildung 2. Portugal. Sintra. Staircases

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