• Alexandra Obernberger, BSc.

Was ist Stottern?

Stottern ist der Name für eine Schwierigkeit mit dem Sprechfluss oder des reibungslosen Vorwärtsflusses beim Sprechen. Dabei hat der/die Betroffene oft das Gefühl, an einem Geräusch festzuhalten und/oder spürt einen Kontrollverlust.

Man unterscheidet zwischen folgenden drei Arten von Unflüssigkeiten:

  • Wiederholungen zB.: Mei-mei-mei-meine neuen Schuhe sind r-r-rot.

  • Dehnungen zB.: Mmmmmmmeine neuen Schuhe sssssind rot.

  • Blockaden zB.: M_ _ _eine neuen Schuhe sind r_ _ _ot.


Wie verbreitet ist Stottern?

Ungefähr 8% der Kinder haben während ihrer Entwicklung (vor allem im Vorschulalter) eine Zeit der Sprechunflüssigkeit, wobei die Meisten (mit oder ohne Logopädie) das Stottern vollständig abbauen. Etwa 0,75-1% der Menschen stottern trotzdem weiterhin für den Rest ihres Lebens.

Was verursacht Stottern?

Es wird angenommen, dass die Ursache des Stotterns eine Mischung aus genetischen, neurologischen und psychologischen Faktoren ist.

Man geht aufgrund von familiären Häufungen einerseits von einer genetischen Veranlagung des Stotterns aus. Andererseits weisen mehrere Studien darauf hin, dass bei stotternden Menschen eine geringe Hirnaktivität im Sprechzentrum der linken Hirnhälfte erkennbar ist. Traumatische Erlebnisse, besondere Ereignisse oder Sprachentwicklungsverzögerungen sind nicht (wie oft angenommen) die alleinige Ursache für das Stottern. Sie können jedoch ein auslösender und aufrechterhaltender Faktor sein.

Eltern, schwierige Lebensereignisse (wie ein Umzug oder eine Scheidung) oder „nervös“ sein verursachen das Stottern also nicht. Wie Eltern auf Stottern reagieren, kann helfen oder auch negativ beeinflussen.

Kann Stottern behandelt werden?

Ja, Stottern kann in der Logopädie behandelt werden. Bei Kindern im Vorschulalter gibt es eine hohe Rate an Remissionen (Spontanheilungen), die oft zu einer vollständigen Verbesserung des Sprechflusses führt. Bei älteren Kindern (etwa ab dem schulpflichtigen Alter), Jugendlichen oder Erwachsenen kann die Therapie das Stottern nicht „heilen“, sondern den Betroffenen helfen Ihre Sprechflüssigkeit dauerhaft zu erhöhen, mehr Kontrolle über das eigene Sprechen zu erlangen und offen mit ihrem Stottern umgehen zu können.



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